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Der Blaue Tisch – Erfahrungen aus dem Starkregenereignis 2021

In einer gemeinsamen Veranstaltung von AIV, Hagner Forum Nachhaltigkeit und der Stadt Hagen wurden am 17. April 2026 die Konsequenzen aus dem Starkregenereignis 2021 diskutiert.

Der Veranstaltungsort war gut gewählt, denn die ehemalige Schraubenfabrik Funcke und Hueck liegt direkt neben den vom Hochwasser 2021 besonders betroffenen Flüssen Ennepe und Volme.

Das Fabrikgebäude ist in den letzten Jahren aufwendig renoviert und umgebaut worden. Ein Teilbereich wird heute von der Pflegeschule Aschke genutzt, die einen ihrer modern ausgestatteten Seminarräume für die Veranstaltung zur Verfügung stellte. Geschäftsführerin Olivia Aschke begrüßte die Teilnehmenden und gab einen kurzen Einblick in die durchgeführten Baumaßnahmen.

Anschließend eröffneten Christa Stiller-Ludwig (HFN) und Dina Flögel (AIV) die Veranstaltung.

Den fachlichen Auftakt machte Dipl.-Ing. Henning Werker mit einem Vortrag zum Gebäudeschutz in der Praxis. Während seiner aktiven Zeit war er federführend für den Hochwasserschutz in Köln verantwortlich. Er stellte die umfangreichen baulichen Maßnahmen gegen Rheinhochwasser vor, darunter Schutzwände, zahlreiche Pumpwerke sowie gezielt geschaffene Retentionsflächen. Insgesamt wurden in Köln in den vergangenen Jahren rund 500 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.

Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags war die private Überflutungsvorsorge. Dabei ging es sowohl um das Eindringen von Wasser bei Starkregen als auch um Gefährdungen durch ansteigendes Grundwasser. Werker betonte, dass oft bereits mit vergleichsweise geringem Aufwand deutliche Verbesserungen erzielt werden können.

In dem folgenden Vortrag berichtete Michael Funke von der Feuerwehr Hagen über die dramatischen Ereignisse im Juli 2021 aus Sicht der Rettungskräfte. Am 13.07.2021 gab es erste Warnungen des Deutschen Wetterdienstes vor Gewittern mit Starkregen. Es wurden erste organisatorische Vorbereitungen getroffen, allerdings lagen noch keine konkreten Vorhersagen für einzelne Stadtgebiete vor. In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli wurden dann zunächst extreme Niederschläge aus Hohenlimburg gemeldet. Als die Lage sich zuspitzte wurde Stadtalarm ausgelöst und sämtliche Kräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehren sowie des THW mobilisiert. Zeitgleich gingen hunderte Notrufe in der Leitstelle ein. Insgesamt bewältigte die Feuerwehr rund 1.500 Einsätze. Besonders betroffen waren Hohenlimburg, Eckesey und Teile der Innenstadt, wo es zu erheblichen Schäden an Gebäuden, Industriebetrieben sowie an Straßen und Brücken kam.

Im Anschluss berichtete Heike Thurn, Leiterin der Unteren Wasserbehörde, über die Planung und Umsetzung zukünftiger Schutzmaßnahmen. Anhand von Simulationen veranschaulichte sie die Effekte geplanter Flussverbreiterungen und neu geschaffener Retentionsräume. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Informationsveranstaltungen von Umweltamt und Feuerwehr durchgeführt wurden, um Bürgerinnen und Bürger über Möglichkeiten der privaten Hochwasservorsorge zu informieren.

Anschließend moderierte Johann Dieckmann eine Fragerunde, in der einzelne Themen vertieft diskutiert wurden.

Den Abschluss bildete ein Rundgang über die Dreiecksfläche zwischen Ennepe und Volme, die als Retentionsfläche für künftige Hochwasser vorgesehen ist.

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admin