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Exkursion – Nationales Geotop Hagen-Vorhalle

August 19

Als Hagen am Äquator lag – Den Urzeittieren auf der Spur

Dipl.-Geol. Antje Selter wird uns durch den Steinbruch der ehemaligen Ziegelei am Sporbecker Weg in Hagen-Vorhalle führen. Vorher werden wir das Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen besuchen.

Nicht weit vom Steinbruch im romantischen Ruhrtal liegt das idyllische Wasserschloss Werdringen, dessen wechselvolle Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Heute befindet sich darin das Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen. Gezeigt werden dort regionale Funde von der Urzeit bis ins Mittelalter. Unter den zahlreichen Fossilien, von denen die ältesten 470 Millionen Jahre alt sind, sind die Insektenfunde aus dem Steinbruch der ehemaligen Ziegelei in Hagen-Vorhalle besonders eindrucksvoll. Weitere Highlights des Museums sind die naturgetreuen Nachbildungen eines riesigen Mammuts, eines Wollnashorns und eines Dinosauriers sowie die in Hagen gefundenen Knochen eines über 10 000 Jahre alten Menschen aus der Steinzeit.

Der am Nordwestrand von Hagen im Ortsteil Vorhalle gelegene Steinbruch zeigt einen Einblick in das flözleere Oberkarbon (Namur B) und ist sowohl von seiner sedimentologischen Entwicklung als auch von den tektonischen Ereignissen im Zuge der variszischen Gebirgsbildung von Interesse. Nach der Stilllegung im Jahr 1989 erlangte der Steinbruch durch zahlreiche Fossilfunde, insbesondere Spinnentiere und Insekten, eine hohe Bekanntheit. Der Aufschluss ist mittlerweile als Bodendenkmal festgesetzt worden und wurde 2006 als eines der bedeutendsten Geotope Deutschlands mit der Auszeichnung „Nationales Geotop“ versehen. Ein Teil der Funde kann im Schloss Werdringen besichtigt werden. Die aufgeschlossenen Sedimente des flözleeren Namurs B und die bislang nachgewiesenen Fossilien deuten auf eine Übergangsfazies zwischen marinem und terrestrischem Milieu hin. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Bucht oder Lagune am Rand des Karbon-Meeres. Im Hinblick auf die tektonischen Ereignisse bietet der Steinbruch einige Besonderheiten. Neben der interessanten Faltentektonik sind Phänomene der Überschiebungstektonik in den Flanken der Sättel zu erkennen.

Da es sich um ein geschütztes Bodendenkmal handelt, ist das Sammeln und Graben nach Fossilien im Steinbruch nicht erlaubt.

Der Witterung entsprechende Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.

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Datum:
August 19